SYMPOSIEN

Alljährlich geben unterschiedliche Symposien die Möglichkeit zum inhaltlichen, theoretischen, aber auch praktischen Austausch.

Life Long Burning Choreographic Convention VII
4.–8. Juli 2022 Budapest / 9.–17. Juli 2022 Wien
In Kooperation mit Workshop Foundation Budapest

© Christine Standfest

Das EU-Projekt Life Long Burning – Towards a sustainable Eco-System for Contemporary Dance in Europe macht 2022 auch mit seinem “Flagship-Projekt”, der Choreographic Convention, in Budapest und Wien Station: Ein künstlerisch-diskursives Format mit Aufführungen, Panels und Research-Formaten. Nach Budapest treffen wir uns eine Woche lang bei ImPulsTanz mit Performances, Lectures, Panels und Workshops rund um die Thematik menschlich nichtmenschlicher Beziehungsweisen und Fragen des Post-Anthropozän – oder auch: Tanz und Choreografie in Zeiten der (Klima)krise. Kick-Off in Wien ist am 9. Juli im Volkstheater mit der Aufführung von Temple du présent. Solo für einen Oktopus von Rimini Protokoll / Stefan Kaegi und Gästen.

 

IDOCDE Symposium on Contemporary Dance Education
The Rest of Art, a Manifesto
23. & 24. Juli 2022
online & offline


© Illustration by David S. Goodsell, RCSB Protein Data Bank. doi: 10.2210/rcsb_pdb/goodsell-gallery-042

39. KAFFEEPAUSEN, TAXIFAHRTEN, GRÜNE RÄUME.
Wirkliches Wachstum findet oft außerhalb der Orte statt, an denen wir es beabsichtigen, in den Zwischenräumen, die Dr. Seuss „den Wartebereich“ nennt. Hans Ulrich Obrist organisierte einmal eine Wissenschafts- und Kunstkonferenz mit der gesamten Infrastruktur einer Konferenz—Partys, Plaudereien, Mittagessen, Ankunft am Flughafen—, aber ohne die eigentliche Konferenz. Offenbar war sie sehr erfolgreich und hat viele weitere Kooperationen hervorgebracht.
Aus: Das unvollständige Manifest für Wachstum von Bruce Mau.

Was bleibt von der Kunst übrig, wenn sie ruht?
Was, wenn Kunst nur in Zwischenräumen zu finden ist?
Was, wenn Kunst nur gefunden werden kann, wenn man nicht nach ihr sucht?

Viele kennen die Erfahrung, in der Raumzeit zwischen bewusster Verarbeitung und Ruhe Klarheit zu entdecken, diesen auftauchenden Ort, den man nicht wirklich absichtlich erreichen kann, obwohl die potenzielle Entdeckung von Klarheit und Sinn genau der Grund ist, warum man in diesem Grenzraum verweilen möchte – wenn man sich nur dazu entscheiden könnte…

Was viele beschäftigt – während die Welt lernt, wie man auf diesem Planeten mit COVID-19 und all den anderen Katastrophen zusammenleben kann – ist die Frage, ob es möglich ist, dieses Potenzial in die bestehenden Arbeitsrealitäten zu integrieren, anstatt die beiden als konkurrierende Kräfte aufrechtzuerhalten: Arbeit und Ruhe.

Die Frage ist eine Frage der Prioritäten: Wenn man nicht weiß, wie man überleben wird (Lebensunterhalt, Unterkunft, Wärme, Gesundheit), ist man dann in der Lage, Kunst zu produzieren? Ist Kunst lebenserhaltend? Oder: Können wir ohne Kunst überleben?

Struktur und Inhalt gehen bei diesem Symposium Hand in Hand. Deine Kunst ruht (bei uns), wenn wir uns treffen. Du brauchst nichts weiter mitzubringen als deine sensomotorische Erfahrung, deine Neugier und Bereitschaft, sich einzulassen. Kein Inhalt wird vorher ausgebrütet und präsentiert.

Stattdessen,

Könnten wir ein Kunstfrühstück machen. Vielleicht frühstücken wir und ruhen uns dann aus. Vielleicht essen wir gar nicht. Vielleicht machen wir einfach Kunst?

Wir laden dich ein, dein Lieblingsmanifest zum Symposium mitzubringen. Wenn nicht, können wir unser eigenes kreieren.

Das 10. IDOCDE Symposium wird in erster Linie feiern, dass wir so weit gekommen sind und dass wir immer noch tanzen! Wir denken, dass es Zeit ist, sich auszuruhen, Zeit zu träumen und Zeit zu entdecken, was passieren wird, wenn wir uns wiedersehen.

Weitere Informationen: www.idocde.net
Und idocde auf Instagram und Facebook.

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Date: 23.05.2022, 02:05 | Link: https://impulstanz.com/symposia/